Nationalrat verpasst Chance zum Schutz der Tiere auf Wiesen und Weiden

Seit mehreren Jahren engagiert sich der Schweizer Bauernverband in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Saubere Umwelt für weniger Abfall auf Wiesen, Weiden und Ackerland. Eine im März 2013 eingereichte parlamentarische Initiative sollte eine nationale Grundlage für Litteringbussen von bis zu 300 Franken bilden.

Die Bundesämter für Umwelt und Justiz erarbeiteten einen Umsetzungsvorschlag, der heute aus nicht nachvollziehbaren Gründen vom Nationalrat abgelehnt wurde. Er beinhaltete eine Anpassung des nationalen Umweltgesetzes, so dass das nicht korrekte Entsorgen von Alltagsabfällen als Zuwiderhandlung mit bis zu 300 Franken hätte gebüsst werden können. Auch die Grünen und Vertreter aus allen anderen Fraktionen machten sich für eine Littering-Strafnorm stark. Doch die Mehrheit des Nationalrats befand, dass dem Problem damit nicht beizukommen sei. Es gebe gar nicht genug Polizisten, um das Verbot durchzusetzen.

Dadurch bleibt es nun weiterhin in mehreren Kantonen erlaubt, Zigarettenstummel, PET-Flaschen, Lebensmittelverpackungen oder Bierdosen achtlos wegzuwerfen. Es handelte sich um ein zentrales Anliegen der Bauern, ihr Vieh vor Verunreinigungen durch Abfall im Futter zu schützen.

Der Bauernverband ist klar der Meinung, dass Leute ihr Verhalten erst ändern, wenn Littering weder geduldet wird, gleichzeitig aber auch gebüsst werden kann, denn gedankenlos weggeworfene Abfälle entlang von viel benutzten Strassen und Wegen machen den Bauernfamilien das Leben schwer. Säckeweise müssen diese den Zivilisationsmüll in mühseliger Kleinarbeit einsammeln. Harte Fremdkörper in Wiesen, die als Tierfutter oder Einstreu genutzt werden, gefährden die Tiergesundheit und können zudem auch landwirtschaftliche Maschinen beschädigen.

Weil Littering auch im ländlichen Raum zunehmend ein Problem darstellt, startete der Schweizer Bauernverband (SBV) bereits vor drei Jahren in Zusammenarbeit mit der IG Saubere Umwelt (IGSU) eine Anti-Littering-Kampagne. Dazu gehören Tafeln, Plakate und Minibroschüren zur Sensibilisierung der Bevölkerung.

Der SBV ist nach wie vor überzeugt, dass nur eine Gesetzesanpassung und Bussen helfen, das Unrechtbewusstsein in der Gesellschaft zu schärfen. Er setzt nun auf die Weitsicht der Kantone und Gemeinden, dass diese ihrerseits die Rechtsgrundlage anpassen.

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In der Testphase in Genf und Zürich 815 Pulled Pork Burger pro Tag

Gemäss McDonald’s Schweiz verkaufte die amerikanische Burgerkette in einer Testphase von drei Monaten rund 75’000 Pulled Pork Burger in den Städten Genf und Zürich. Das vier Stunden lang gegarte Schweinefleisch soll bei den Schweizer Kunden gut ankommen, denn McDonnald’s bietet den neuen Burger seit Mai 2016 in allen 163 Filialen in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein an. 
Es ist nicht neu, dass Schweizer Kunden im Vergleich zum benachbarten Ausland bei McDonnald’s mehr berappen müssen. Mit der ‚Signature Line‘ bietet man den Schweizer Kunden deshalb bewusst auch eine Premium-Linie an, die durch hervorragende Qualität überzeugen soll. Der Burger hat mit CHF 9,90 auch für Schweizer Verhältnisse einen stolzen Preis. 

McDonnald’s hat den neuen Luxus-Burger vorgängig getestet und so wurde auch die Rezeptur noch überarbeitet. Unklar war im Vorfeld auch, wie Schweizer Kunden auf Burger aus Schweinefleisch reagieren. „Wir wollten zuerst testen, ob der Newcomer hierzulande ein echtes Bedürfnis ist, bevor wir ihn schweizweit einführen“, so Thomas Truttmann von McDonald’s Schweiz. Mit 75‘000 verkauften Pulled Pork Burger war schnell klar, dass McDonald’s den Geschmack der Gäste getroffen hatte. „Wir haben während der Testphase die Feedbacks der Gäste aufgenommen und basierend darauf die Rezeptur und Zubereitung noch einmal optimiert. Heute können wir den Pulled Pork Burger in der besten Qualität in allen 163 Restaurants anbieten“, führt Truttmann aus.

Der Pulled Pork Burger ist das Resultat der Zusammenarbeit zwischen McDonald’s und dem Schweizer Koch René Schudel. Der Burger bietet vier Stunden lang gegartes Schulterfleisch vom Schweizer Schwein an einer Barbecue-Marinade, die eigens vom Koch kreiert wurde. Das Fleisch wird in einem speziell für die Signature Line entwickelten Brötchen serviert, zusammen mit einer knackigen Gemüsemischung, Apfelschnitzen und einer Knoblauchsauce. Für die weiterentwickelte Fleisch- und Gewürzmischung arbeitete McDonald’s eng mit der Firma Ospelt aus Sargans zusammen. 

Fleischbranche ehrt Jules Christen als Metzger des Jahres 2016

Der Schweizer Metzger des Jahres 2016 heisst Jules Christen und stammt aus Andermatt (UR), „dem schönsten Dorf Europas“, wie er selber sagt. Der Titel „Metzger des Jahres“ wird seit vier Jahren vom Schweizer Fleisch-Fachverband SFF vergeben.

Geehrt werden mit der Auszeichnung „Metzger des Jahres“ Fleischfachleute, welche sich in herausragender Art und Weise um das Lebensmittel Fleisch und um die Anliegen der Fleischbranche verdient gemacht haben. Als gelernter Metzger hat sich Jules Christen in seiner beruflichen und privaten Laufbahn in vielfältiger Weise für das Lebensmittel Fleisch eingesetzt. So unter anderem in seiner langjährigen Tätigkeit als Leiter Marketing der Genossenschaft Migros Luzern, wo er unter anderem an der Lancierung und Verankerung des heute schweizweit etablierten Migros Programms „Aus der Region, für die Region“ beteiligt war.

Christen ist zudem Präsident des von ihm mitgegründeten Vereins „Freunde der Metzgerschaft“, der sich für die Förderung des Metzger Handwerks einsetzt. Im Zentrum des auf Fairness und Bescheidenheit basierenden Wirkens von Jules Christen steht immer der ausgeprägte Berufsstolz als Metzger. Dazu zählt auch seine 20-jährige Tätigkeit als Experte für die Meisterprüfungen.

Neben dem Einsatz für das Metzgereigewerbe war der seinem Heimatort aufs Tiefste verbundene Jules Christen auch CEO der Seilbahn Intschi / Arnisee und Verantwortlicher des Gasthauses Arnisee.

Die Auszeichnung als Metzger des Jahres 2016 erhielt Jules Christen im Rahmen des diesjährigen Verbandstages des Schweizer Fleisch-Fachverbandes SFF in Aarau.

Hamburger während Fussball Euro für 1 Franken

An jedem Spieltag der Schweizer Nationalmannschaft offeriert McDonald’s in allen 163 Filialen in der Schweiz und im Fürstentum Liechenstein den Hamburger zum Spezialpreis von CHF 1.-. Diese Aktion gilt während der gesamten Fussball Euro 2016 Frankreich an Spieltagen der Schweizer Nati. Der Hamburger, ein aus Schweizer Rindfleisch, Zwiebeln, Ketchup und Senf bestehender Snack im Weizenbrötchen kostet normalerweise in der Schweiz CHF 2,50. Ganz ohne Einschränkungen wird die Fussball-Aktion von McDonald’s allerdings nicht lanciert. Die Hamburgerkette beschränkt das Angebot auf den Kauf von maximal drei Hamburgern pro Person. Der Preis ist dennoch für Schweizer Verhältnisse dank der Fussball-Promotion sehr günstig.

BURGER UNSER, die Kochbuch Entdeckung des Frühjahres 2016

Mit der Buchbeschreibung „es ist nicht das erste und sicherlich nicht das letzte Buch, das über Burger geschrieben wurde – aber vermutlich das beste!“ bringen es die Autoren der neuen „Burger Bibel“ auf den Punkt. Ein Kultbuch. Das 288 Seiten starke Buch vereint alles, was der Burger-Fan sich wünscht. Die Kochbuch Entdeckung des Frühjahres 2016.

Das neue Standardwerk beinhaltet 70 Rezepte von Burgern – mal mit Fleisch, Fisch oder Käse, mit verschiedenen Brotsorten, selbstgemachten Chutneys und ausgefallenen Zutaten wie Apfel, Papaya oder Lachs. Aber dies ist nur ein kleiner Teil des Kompendiums, denn der Leser wird zuerst in die Zubereitung der „Buns“, also der Brötchen eingewiesen. Alleine auf 24 Seiten erfährt man Schritt für Schritt, welche Zutaten verwendet werden müssen und wie die der richtige Bun für den besten Burger aussehen muss. Dies mit toller Bild-für-Bild Ansicht, nützlichen Tipps und Hintergrundinfos.

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Den Patties, also den eigentlichen Burger-Scheiben wird ein weiteres umfangreiches Kapitel gewidmet. Und bereits beim Anblick der Bilder von Fotograf Daniel Esswein läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Ergänzt wird das Kochbuch mit Tipps zu Saucen und natürlich einer umfangreichen Zusammenstellung der Beilagen. Im Zentrum steht die eigentliche Kreation der Burger. Jedes Rezept enthält einem „Sauereifaktor beim Essen“ sowie einem Schwierigkeitslevel, bei welchem sowohl der Burger Neuling als auch der Vollprofi mit seinem Wunschrezept voll auf seine Kosten kommt.

Man könnte jede einzelne der Abbildungen der Burger sofort als Poster an die Wand hängen, denn in die Gestaltung des Buches wurde sehr viel Liebe zum Detail gesteckt. „Lord Bacon“ oder „Double je t’taime“ heissen nur zwei der Kreationen, die wohl bald ihren Weg vom Kochbuch auf den Teller finden werden. Zu jedem Rezept geben die Autoren ihre persönlichen Empfehlungen für Getränke und die perfekte Fleischzubereitung ab.

Ein toll umgestztes Buch, als ISBN 978-3-7667-2201-0 nicht nur beim Online-Händler sondern auch im Buchladen um die Ecke bestellbar und der Verlag Callwey umschreibt dies so: „Burger Unser ist mehr als ein Rezeptbuch. Es ist eine wahre Liebeserklärung an ein Gericht, das alles sein kann: Genussmoment, Seelentröster, massloser Exzess – oder eben einfach der perfekte Burger.“ – Stimmt.

 

McDonald’s Schweiz spürt Einkaufstourismus – Umsatzrückgang von 33 Mio. Franken

 

 

McDonald’s spürte 2015 den Einfluss des starken Schweizer Frankens. Zum ersten Mal seit 2003 sank der Umsatz des Gastronomieunternehmens in der Schweiz, dies speziell in den Grenzregionen. Der Umsatz von McDonald’s Schweiz betrug 702 Millionen Franken, was einem Rückgang von 33 Millionen entspricht.

Wie McDonald’s Schweiz mitteilte, hatte die Aufgabe des Mindest-Frankenkurses und der damit verstärkte Einkaufstourismus grosse Auswirkungen auf den Konsum bei der Gastrokette in der Schweiz. Rund 30 Restaurants direkt an der Grenze verzeichneten einen klaren Rückgang an Gästen. Im Gegenzug haben die grenznahen McDonald’s Lokale in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien Konsumenten aus der Schweiz dazugewonnen, so McDonald’s Schweiz.

Mit Pulled Pork Burger neue Gäste gewinnen

Der Big Mac, das umsatzstärkste Produkt, sowie der Cheeseburger, der am häufigsten bestellte Burger, sollen durch weitere neuen Kreationen der „Signatur Line“ ergänzt werden. McDonald’s wird dazu im Mai einen „Pulled Pork Burger“ schweizweit lancieren. Bei dieser Burger-Variante wird das verwendete Schweinefleisch vier Stunden lang gegart. Bei entsprechenden Tests in den Filialen in Zürich und Genf wurden 75’000 Pulled Pork Burger “Made in Switzerland“ verkauft.

Self Ordering an 113 Standorten

Für einen schnelleren Service hat McDonald’s Self Ordering Kioske in 113 Restaurants eingerichtet. Heute wird bereits jede zehnte Bestellung an einem Selbstbedienungsterminal aufgegeben. In einzelnen Restaurants wird zudem auch ein „Service an den Tisch“ getestet. Etwa die Hälfte der Gäste entscheidet sich in diesen Restaurants für den Service an den Tisch statt für die Abholung an der Theke, so McDonald’s Schweiz.

Gleichzeitig wurden in der Schweiz an drei neuen Standorten Filialen eröffnet. So in Bern PostParc beim Bahnhof SBB, in Zürich Löwenstrasse sowie in Murten.

Fleischkonsum in der Schweiz sank 2015 um 2 Prozent

Wie Proviande, die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft mitteilt, wurden 2015 in der Schweiz pro Kopf der Bevölkerung 51,35 kg Fleisch konsumiert, erstmals ein leichter Rückgang seit drei Jahren. Aus diesem Grund wurde weniger Fleisch importiert. Die Menge der Inlandproduktion verblieb praktisch auf dem Vorjahresniveau und der Inlandanteil stieg leicht auf 80 Prozent.

In der Schweiz lag der Pro-Kopf-Konsum nach drei Jahren mit einer jeweils leichten Zunahme erstmals wieder etwas tiefer als im Vorjahr. Er sank um 2 Prozent auf 51,35 kg Verkaufsgewicht. Insgesamt wurden im Jahr 2015 insgesamt 431‘852 Tonnen Fleisch gegessen, was einem Rückgang des Gesamtkonsums um 0,8 Prozent entsprach. Der statistische Konsumrückgang ist auf den Einkaufstourismus im benachbarten Ausland zurückzuführen, so Proviande. Privatpersonen kauften im Lebensmittelbereich gemäss der Studie gegenüber 2013 erneut um 5,7 Prozent mehr Waren im Ausland. Diese Angaben können aber zur Konsumberechnung der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft nicht berücksichtigt werden.

Schwein bleibt beliebtestes Fleisch in der Schweiz

Die Konsumzahlen entwickelten sich bei den verschiedenen Fleischarten recht unterschiedlich. Am beliebtesten ist bei Herr und Frau Schweizer nach wie vor das Schweinefleisch. Die Konsummenge ging zwar um 2,5 Prozent zurück, Schweinefleisch machte aber trotzdem noch fast die Hälfte des gesamten Fleischkonsums in der Schweiz aus.

Beim drittgrössten Fleischerzeugnis, dem Rindfleisch, lag der Konsum bei 11,24 kg, was jedoch einem Rückgang von -1,9 Prozent entspricht. Zudem wurde auch deutlich weniger Pferdefleisch mit -6 Prozent konsumiert. Die Kalbfleischproduktion verzeichnet mengenmässig den deutlichsten Rückgang mit -3,8 Prozent. Es wurden noch 22‘700 Tonnen Kalbfleisch produziert.

Prozentual am meisten zulegen konnte das Fleisch von Ziegen, Schafen und Wild – mengenmässig allerdings auf tiefem Niveau. Beim Geflügelfleisch lag die Zunahme bei 2,7 Prozent und damit konnte erstmals die 100‘000-Tonnen-Grenze überschritten werden – der Pro-Kopf-Konsum im Jahr 2015 lag bei 12,08 Kilo.

 

Spinas, das Gasthaus mit eigenem Bahnhof

„Halt auf Verlangen“ heisst es im Fahrplan der Rhätischen Bahn RhB für all jene Gourmets, welche mit dem Zug nach Spinas reisen. Der Bahnhof an der Albulalinie liegt gleich am Südausgang des Albulatunnels im Oberengadin, ganz zuhinterst im Val Bever. Und in Spinas gibt’s eigentlich nichts weiter als eine Tunnelbaustelle und das schlichte und gemütliche Gasthaus Spinas zu besichtigen. Es liegt abseits und autofrei, einen Steinwurf vom gleichnamigen Bahnhof entfernt.

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Wer es etwas sportlicher angeht, wandert vom Bahnhof Bever die rund fünf Kilometer lange Strecke über den „Märchenweg“ durchs Val Bever oder kann sich im Winter auch die Langlaufskis anschnallen.

Das Küchenteam, geführt von Andreas Furrer, verwendet in der Küche des Gasthofs Spinas frische Rohprodukte aus saisonalem Angebot. Wenn möglich aus der Region und teilweise aus biologischem Anbau, so der Hinweis in der Speisekarte. Fleischlieferanten sind die Metzgereien Hatecke in Scuol und Plinio Laudenbacher aus Samedan.

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Wintersalat Gasthaus Spinas

Eine absolute Geschmacksbombe war beim Besuch im Februar 2016 der „Winterliche Mischsalat mit Äpfeln und Baumnüssen“ an einem ausgewogen runden Balsamico-Dressing. Wunderbar.

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Das Entrecôte vom Bio Angus Rind fiel in Sachen Beilagen vom Preis- Leistungs-Verhältnis mit CHF 44.- leider etwas mager aus, optisch war es aber schön angerichtet. Die Garstufe des Fleisches war wie gewünscht und das Rind schmeckte lecker.

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Gemüsepfanne Gasthaus Spinas

Wiederum eine echte Überraschung war die herrlich angerichtete Gemüsepfanne mit Buchweizenspätzli und geschmacklich eine Top-Küchenleistung.

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Der ofenfrische und perfekt gebackene Apfelkuchen mit geraspelten Früchten vom Blech rundete dieses Schlemmermal im Gasthaus Spinas ab. Die Bedienung war zuvorkommend, die Küche lecker und Gaststube einfach und gemütlich. Ein Ort, wo man gerne wieder einkehrt.

Weitere Informationen zu den Kutschenfahrten oder zu den Gästezimmern sind direkt auf der Webseite des Gasthauses Spinas zu finden.

Gasthaus Spinas Val Bever

 

 

Gasthaus Avrona, ein Kleinod im Unterengadin

Wer eine Reise ins Unterengadin in Richtung Scuol unternimmt und gleichzeitig ein paar ruhige Stunden in einem Gasthaus mit einer wunderschönen Gaststube verbringen will, kommt um einen Besuch im Gasthaus Avrona nicht herum. Peter und Helen Witmer führen das in einer Waldlichtung bei Tarasp gelegene Gasthaus seit einigen Jahren als Wirteehepaar. Die Bewirtung ist familiär und man fühlt sich vielmehr in einem Wohnzimmer als in einem Restaurant.

Gasthaus Avrona Tarasp
Gasthaus Avrona Tarasp

Bei der Anreise mit dem öV steigt man im Bahnhof Scuol von der Rhätischen Bahn RhB auf das Postauto nach Tarasp um. An der Endstation blickt man ostwärts hoch zu einer grossen Mobilfunkantenne der Swisscom und folgt dem Weg bis hoch in den Wald. Nach drei Kilometern erreicht man bequem eine Lichtung und quert diese, bis man das Gasthaus Avrona erblickt.

Gasthaus Avrona Tarasp
Gasthaus Avrona Tarasp

Die Einkehr im Jahrhunderte alten Gasthaus hat seinen ganz eigenen Reiz. Auf der kleinen Speisekarte entschieden wir uns für eine Bündner Gerstensuppe und einen leckeren Rindshamburger mit Salaten und zum Nachtisch für einen selbstgemachten Apfelkuchen. Koch Peter Witmer schwingt trotz leichter körperlicher Einschränkung den Kochlöffel gekonnt und ein Besuch wird schlicht aufgrund des familiären Ambientes zu einem Erlebnis. Am Abend wird auf Voranmeldung oder aber den Hotelgästen ein mehrgängiges Menu serviert. Dieses wird, so Helen Witmer, je nach Saison und frischen Zutaten individuell zubereitet. Einen à-la-Carte-Service gibt es nicht.

Gasthaus Avrona Tarasp
Gasthaus Avrona Tarasp

Das Gasthaus Avrona verfügt zudem über sieben hübsche Gästezimmer, jedes individuell gestaltet und teilweise mit Dusche und WC. Für Ruhesuchende und als Rückzugsort im Unterengadin ist das auf 1449 m ü. M gelegene Gasthaus ein Geheimtipp mit Charme.

www.avrona.ch

Ludwig Hatecke: „Der Respekt vor dem Tier muss lesbar sein für den Kunden“.

Wer einen der drei Verkaufsläden von Ludwig Hatecke in Scuol, Zernez oder St. Moritz betritt, spürt auf Anhieb, dass hier mit viel Leidenschaft und dem Anspruch nach höchster Qualität gearbeitet wird. Die Materialisierung der puristischen Verkaufsgeschäfte konzentriert sich aufs absolut Wesentliche, wirken schon fast klinisch, Rücken aber dadurch auch das Fleisch als hochwertiges Nahrungsmittel in den Mittelpunkt der Verkaufsräume.

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Für Ludwig Hatecke, aufgewachsen im bündnerischen Zernez, ist Fleisch das wertvollste Lebensmittel, wie er selber sagt. Deshalb setzt sich der Metzger auch für einen fairen Fleischpreis ein und bringt auch wenig Verständnis dafür auf, dass im internationalen Vergleich Fleischprodukte subventioniert werden, nur um möglichst viel und günstig davon zu verkaufen. Er rechnet dabei vor, dass ein Kalb bis zur Schlachtung rund 2000 Liter Milch trinke und kalkuliert man hier bloss 50 Rappen für den Milchpreis, so summiert sich dies auf tausend Franken, ohne dass dabei irgendwelche Arbeit miteingerechnet ist.

Gutes Fleisch darf seinen Preis haben, so Hatecke und fügt an, dass eine Kuh von sechs bis sieben Jahren, die fünf Sommer auf der Alp gelebt hat, ideales und schmackhaftestes Fleisch liefert. Je älter das Tier, desto besser der Fleischgeschmack. Natürlich fügt er mit einem Schmunzeln an, dürfe das Tier dann doch nicht zu alt sein. Hatecke setzt bei der Auswahl der Tiere auch bewusst nicht gezielt auf hohe Fleischausbeute, wie bei Charolais oder Angus, sondern berücksichtigt regionale Rassen, wie Bündner Grauvieh und weitere Sorten, welche eben auch genauso Milch geben und ihre Zeit auf bündnerischen Weiden verbracht haben. Ludwig Hatecke spricht von ungesättigten Fettsäuren, welche ein Qualitätsmerkmal solcher mit Gras gefütterten Tiere bei der Schlachtung darstellen. Das Fleisch der weiblichen Tiere sei bei der Verarbeitung zudem noch etwas zarter, so der Metzger.

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In der eigentlichen Metzgerei, einem Gebäudekomplex nur einen Steinwurf vom Ladengeschäft in Scuol entfernt, erklärt der Metzer auch den Herstellungsprozess von Bündnerfleisch. Der Schlegel vom Rind, im Metzgerdeutsch eine Oberschale, Unterschale oder Nuss werden maximal 36 Stunden nach der Schlachtung mit Meersalz eingerieben. Hinzu kommt Wachholder, Lorbeer und ein wenig Rohrzucker. Ein durchschnittlich grosses Stück wird rund 3 Wochen bei 6 Grad gelagert und gewendet. Danach wird das Fleisch abgewaschen und dreieinhalb bis vier Monate an der Luft bei einer Luftfeuchtigkeit von exakt 62 Prozent luftgetrocknet. Die Temperatur sei dabei weniger ausschlaggebend, viel mehr aber die konstante Luftfeuchtigkeit, denn bei der Reifung setzt sich auch eine Art weisser Edelschimmel an, welcher den einzigartigen Geschmack des Fleisches ausmacht. Nebst einer Lufttrocknung wird zudem weiteres Fleisch auch im Felsenkeller zur Reife gebracht. Der Geschmack ist phänomenal.

IMG_1758Hatecke verarbeitet pro Jahr 700-800 Kühe aus der Region. Falls die Fleischmenge nicht ausreicht, kauft er für die Herstellung des Bündnerfleisches „bergzertifizierte Hinterviertel“ aus dem rhätischen Raum ergänzend zu. Obwohl viel Nitrat eine ideale Konservierung darstellen würde, setzt Hateke bei der Fleischveredelung auf möglichst wenig Salz. Er ist sich bewusst, dass damit der Herstellungsprozess heikler wird, gleichzeitig aber der Fleischgeschmack viel stärker zur Geltung kommt. Genau deshalb spielt eine konstante Luftfeuchtigkeit beim Reifeprozess des Bündnerfleisches eine noch viel wichtigere Rolle. Der Metzgereibetrieb versucht zudem, auf Zusatzstoffe möglichst zu verzichten. Im Verlauf des mehrwöchigen Reifeprozesses verliert das Fleisch rund 50% seines Eigengewichts.

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Bündnerfleisch ist leider nicht gleich Bündnerfleisch. So stammt viel, von dem in den nahe gelegenen zollfrei Destinationen Samnaun und Livigno angebotene Trockenfleisch, im Ursprung aus Brasilien oder Argentinien. Für Hateckes Produkte schon alleine aufgrund des Qualitätsanspruchs und der viel zu langen Dauer zwischen Schlachtung und Verarbeitung undenkbar.

Die Metzgerei Hatecke produziert auch hervorragende Salsize, darüber geschrieben haben wir im Butterzart Blog unter https://butterzart.ch/2014/11/10/metzgerei-hatecke-scuol/ bereits vor zwei Jahren.

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Wer die Spitzenprodukte von Ludwig Hatecke selber degustieren und sich die Anreise ins Engadin ersparen will, wird auch in den Schweizer Globus Filialen in der Delikatessen-Abteilung fündig oder bestellt am besten Online über die Webseite http://www.hatecke.ch/

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